Obwohl es bereits in der Antike Medaillen und Medaillons gab, entwickelte sich das Portraitmedaillon oder die Portraitmedaille erst im Italien des 15. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Objektgattung. Im deutschen Sprachraum kamen die ersten Medaillen mit Portraitdarstellungen im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts auf.
Das klassische Portraitmedaillon zeigt auf der Vorderseite das Bild einer bestimmten Person, die häufig im Profil oder Halbprofil dargestellt ist. Oftmals verweist eine Umschrift auf den Titel und Ehrbezeichnungen. Falls das Medaillon oder die Medaille über eine ausgestaltete Rückseite verfügt, kann diese unter anderem das Wappen und den Wahlspruch der dargestellten Person zeigen.
Bei den Dargestellten handelte sich meist um Angehörige des Adels sowie Personen des aufstrebenden und humanistisch gebildeten Bürgertums. Es musste sich hierbei jedoch nicht zwingend um die Auftraggebenden handeln.
Portraitmedaillons wurden häufig aus dem dauerhaften Material Metall gefertigt und dienten der Erinnerung an den porträtierten Menschen. Sie konnten sowohl als politische als auch freundschaftliche Geschenke fungieren.
Im ausgehenden 18. Jahrhundert waren reliefierte Portraitmedaillons weiterhin bei Adel und gehobenem Bürgertum beliebt, die diese als Erinnerungsstücke verschenkten oder als Schmuck für ihre Wohnräume anfertigen ließen.